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Entscheiden ist einfach – wenn die Prioritäten klar sind

Bei vielen Aufträgen / Projekten wird die meiste Zeit nicht für die Umsetzung verwendet. Warum das keine Überraschung ist und was es bedeutet.

Heute bei XKCD gab’s einen schönen Comic: Efficiency:

Schaubild

Wofür in der Regel die meiste Zeit aufgewendet wird – Quelle: XKCD

Randall Munroe hat hier mal wieder den Nagel auf den Kopf getroffen. Mit dem aktuellen Comic „the reason why I am so inefficient“ nimmt er die Relation von Entscheidung und Umsetzung in den Blick. Genauer: die Zeit die es braucht um eine Entscheidung über die Umsetzung oder die Umsetzungsart zu treffen einerseits. Und andererseits die Zeit die es braucht die Entscheidung umzusetzen.

Beides gehört für mich zum Projekt (zu den Aufwänden für das Projekt und damit zur Projektlaufzeit). Und beides benötigt seine Zeit. Das Schaubild thematisiert die Verhältnismäßigkeit der Zeiträume. Dabei gibt es zwei Ebenen:

  1. die Analyse / Entscheidung dauert länger als die Umsetzung der favorisierten Lösung;
  2. die Analyse dauert länger als die Umsetzung aller zur Auswahl stehenden Lösungsansätze.

Disclaimer

Bitte nicht falsch verstehen: ordentliche Vorbereitung ist wichtig! Einer der Hauptfehler ist, dass Aufträge / Projekte nicht ausreichend vorbereitet werden. Wodurch sich die Umsetzung zieht und zieht und zieht.

Hier haben wir die umgekehrte Situation im Blick! Wichtig!

Decision making is easy, when priorities are clear

Auch wohl überlegte Entscheidungen müssen irgendwann getroffen werden. Dabei hilft, wenn klar ist was zu entscheiden ist und was die Rahmenbedingungen der Entscheidung sind: Welche Entscheidungskriterien sind relevant? Wie sind die Prioritäten unter ihnen verteilt? Sind die Kosten wichtiger als die Laufzeit (Projektbedingungen)? Was ist die Kernaussage der Seite, an wen richtet sie sich – Endnutzer oder Kooperationspartner (Produktbedingung)?

Wenn ich das VORHER weiß, dann sollte mir die Entscheidung nicht schwer fallen – denn dann habe ich (quasi-)objektive Bewertungskriterien. Entweder ein Lösungsansatz erfüllt die Anforderungen oder eben nicht.

Und was wenn beide Lösungen die wichtigsten Kriterien erfüllen? Dann gehe ich zum nächst wichtigsten Kriterium und schaue mir die Situation da an. Kann sein dass am Ende ein zweit-, dritt- oder sonst wie nachrangiges Kriterium entscheidend wird. Aber dann ist das eben so.

Schön, aber was wenn keine der Lösungen die Kriterien erfüllt? Um es kurz zu machen: in dem Fall sollte ich vielleicht nicht von „Lösungen“ sprechen.

Fazit

Es gibt eine Zeit um sich Gedanken zu machen. Und es gibt einen Zeitpunkt eine Entscheidung zu treffen. Diese Entscheidung sollte überlegt, begründet und informiert sein. Entscheidungen sind grundsätzlich reversibel – um das Schaubild auzugreifen: ich wähle Strategie A, stelle dann fest dass das nicht korrekt war (Erfolgsmessung nicht vergessen, ne?). Dann muss ich wieder zurück und die Situation neu bewerten, Strategie B wählen oder ggf. auch Strategie C entwickeln.

Entscheiden ist nicht einfach. Aber es muss getan werden, denn eine Entscheidung nicht zu treffen ist (so widersprüchlich es klingt) auch eine Entscheidung. Und die kann genauso falsch sein wie die Lösungsoptionen zwischen denen ich initial wählen muss. Wer nichts macht, macht nichts falsch? Sicher? Sicher nicht!

… noch ein kleines Nachwort: ich hatte eingangs gesagt dass Entscheidungszeiträume für mich zum Projekt gehören. Denn sie wirken sich auf die Laufzeit des Projekts aus. Hin und wieder wird versucht eine Entscheidung – auf die man lange warten musste – in der Umsetzungszeit zu kompensieren. Das kann nicht gut gehen.

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Schönen Mittwoch!